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Heinzenwies-Abiturienten brillieren mit perfekt inszenierter Pannenserie

Still wurde es in der Aula des Heinzenwies-Gymnasiums, als das Licht im Saal erlosch und zwei Mönche auf der Bühne erschienen, um den Showabend der MSS13 mit einer recht eigenwilligen, nicht ganz ernstzunehmenden Interpretation von „Ave Maria“ zu eröffnen. Geweckt durch den „lieblichen“ Gesang der Mönche tauchte – von einer kurzen durchzechten Nacht gezeichnet  – Moderator Friedrich Wild auf der Bühne auf, um seine noch friedlich schlummernden Mitstreiter Vanessa Colcuc und Jonas Kother zu wecken. Nachdem schließlich Lara Fluhr aufgrund einer Autopanne etwas verspätet das Moderatorenquartett vervollständigte, konnte der Abend unter dem impliziten Motto „Pleiten, Pech und Pannen“ beginnen. Während die Moderatoren sich in ein bühnentaugliches Outfit warfen, wurden die Zuschauer auf der extra für den Showabend eingerichteten „Heinzenbook-Seite“ mit Tipps unterhalten, was man beim Abholen seiner Sprösslinge von der Schule tunlichst unterlassen sollte. Nach dieser kurzen audiovisuellen Einlage erschienen die Moderatoren frisch gestylt auf der Bühne, wo sie jedoch die nächste Hiobsbotschaft erwartete: Die für den nächsten Programmpunkt engagierte Band hatte kurzfristig abgesagt, so dass ein musikalischer Höhepunkt des Abends auszufallen drohte. Doch auch in diesem Fall zeigte sich das Geschick der Schüler mit kleinen Katastrophen fertig zu werden. Kurzerhand sprangen Maximilian Gebert, Lara Fluhr, Tim Becker, Viola Herbert, Miriam Gisch und Daniel Weinß ein und wurden für ihre hervorragende Interpretation von Amy Winehouses Klassiker „Valerie“ mit großem Beifall belohnt.

Was beim Flirten so alles schief gehen kann und dass sich hinter langem seidigem Haar nicht unbedingt eine hübsche Dame verbirgt, konnten die Zuschauer beim nächsten Act erfahren. Großes Gelächter brandete auf, als sich das – vermeintlich weibliche – Objekt der Begierde als Jakob Thiel herausstellte, der auf den Anmachversuch alles andere als erfreut reagierte. Nicht lachen durften dagegen die Teilnehmer des Wettstreits, der nun auf der Leinwand  präsentiert wurde. Zwei Zweierteams – Lehrer gegen Schüler – mussten versuchen. sich gegenseitig zum Lachen zu bringen. Gleich im Anschluss folgte dann auch schon die nächste Katastrophe: Ein lauter Knall und dunkel wurde es in der Aula, was natürlich – geplant ungeplant – dazu beitrug, die sich anschließende Schwarzlichtdarbietung perfekt in Szene zu setzen und das Publikum zu verzaubern. Tipps für die Leistungskurswahl gab es in einigen selbstgedrehten Werbeclips, die sowohl Lehrer als auch Fächer von ihrer Schokoladenseite zeigen sollten. Im Anschluss heizten die Mädchen der Stufe mit verschiedenen modernen Tänzen den Zuschauern noch einmal richtig ein, bevor diese dann live auf Hunsrücker Platt miterleben durften, welche harten Schicksalsschläge Bauer Felix und seine Freunde getroffen hatten. Große Begeisterung rief auch die Idar-Obersteiner Ausgabe von Shopping-Princess hervor, in deren erstem Teil die Kandidaten Lukas Stallbaum und Felix Engel mit ihren Shoppingbegleiterinnen Pauline Schuster und Mary Wojan und ihrem Shoppingchauffeur Niclas Cullmann von Cullmanns Carservice vorgestellt wurden. Zudem konnten die Zuschauer auf der Leinwand mitverfolgen, welches Laufsteg-Outfit Felix für das Motto „Die 90er“ auf der Obersteiner Shoppingmeile erstand.

In der Pause wurden von der MSS13 Pizzabaguettes, belegte Brötchen, Brezeln und Popcorn zusammen mit gekühlten Getränken gereicht, damit sich alle für den actiongeladenen zweiten Teil stärken konnten.

Nach der Pause stand Carpool-Karaoke an. Der neue Trend, der sich auf diversen Videoportalen verfolgen lässt, wurde an Markus Schmitt ausprobiert, der seinem Ruf als Musikexperte alle Ehre machte und nicht nur gesanglich, sondern auch an der Blockflöte überzeugen konnte. Als schulstressbedingter Frustesser stellte sich schließlich Maximilian Knapp heraus, der im Laufe der Oberstufe die Maße eines Sumoringers angenommen hatte und für zufällig ausgewählte Kandidaten pantomimisch Begriffe darstellen sollte, was sich ob seines Körperumfangs als schwierig erwies.

Der Höhepunkt des Abends war die sich anschließende modern inszenierte Kurzfassung eines Meilensteins der deutschen Literaturgeschichte: Goethes Faust. Katharina Schuch fungierte dabei als Erzählinstanz, die gut verständlich die dreifache Exposition und die Wette zwischen dem Teufel und dem Herrn sowie die Misere von Dr. Heinrich Faust alias Maximilian Knapp präsentierte. Auf einem Spaziergang mit seinem Schüler Wagner (Christopher No?), der seinen Lehrer vergeblich zu einer Runde Fifa hatte überreden wollen, trifft Faust auf einen Pudel, den er mit nach Hause nimmt. Dort angekommen verwandelt sich der Pudel in Mephisto (Friedrich Wild) höchstpersönlich, was von Faust nur mit einem fragenden „Lol?“ kommentiert wird. Gemeinsam mit dem Teufel begibt sich Faust auf eine Reise, in deren Verlauf er die ganze Familie seiner Angebeteten Gretchen (Celina Veeck) ins Unglück stürzt, was die Zuschauer live miterleben dürfen, um dann am Ende zu erfahren, dass es einen zweiten Teil gibt und sie umsonst auf ein Happy End gewartet haben.

Waren es in der ersten Hälfte die Mädchen, die mit ihren Tanzeinlagen begeistern konnten, stellten nun die Jungs der Stufe ihr Rhythmusgefühl unter Beweis. Was sich nachts so alles in den Mauern der altehrwürdigen Heinzenwies-Lehranstalt „abspielt“, konnte sich das Publikum nun auf der „Heinzenbook-Seite“ anschauen. Die Schüler zeigten einen Livemitschnitt ihres Einbruchs in die Schule, bei dem sie versucht hatten, sich die Lösungen für die Abituraufgaben zu beschaffen, die ihnen schließlich nach diversen Begegnungen der dritten Art mit Yoga oder auch Karaoke praktizierenden Lehrkräften in der Schulküche in die Hände fielen. Nach einer Reise durch die Welt der Musicals sollte der ewige Wettstreit zwischen den Naturwissenschaften Physik und Chemie endgültig entschiedenen werden, was am Ende jedoch scheiterte, hatten sich doch beide Leistungskurse mit ihren jeweiligen Lehrkräften als überragend erwiesen. Aufgrund der kurzweiligen und spannenden Beiträge hatten die Moderatorinnen Vanessa und Lara unterdessen völlig den zweiten Teil von Shopping-Princess Idar-Oberstein vergessen, der aber glücklicherweie auch auf der „Heinzenbook-Seite“ zu finden war. Auch Kandidat Lukas hatte mit Hilfe seiner Shoppingbegleiterin Pauline ein finalwürdiges Outfit gefunden, das er nun gemeinsam mit seinem Konkurrenten Felix und Special Guest Niclas Cullmann von Cullmanns Carservice auf dem Laufsteg präsentierte. Mit einem Squaredance zu Miley Cyrus „Hoedown Throwdown“ und ihrem Stufenlied verabschiedete sich die 13er unter stehenden Ovationen von ihrem Publikum.