Das Fach Deutsch

I. Kompetenzen, die das Fach Deutsch vermittelt

Das Fach Deutsch ist von grundlegender Bedeutung. Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen, die ihnen helfen, ihre Welt zu erfassen und zu gestalten. „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben und Rechtschreiben“, „Sprache erforschen und entdecken“ sowie „Lesen und Vorlesen“ bilden die zentralen Kompetenzbereiche der Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss, sie sind jeweils in folgende Teilaspekte aufgefächert (Quelle: deutsch.bildung-rp.de/sekI):

Sprechen und Zuhören:

  • zu/ vor/ mit anderen sprechen,
  • verstehend zuhören sowie
  • szenisch spielen.

Schreiben und Rechtschreiben:

  • über Schreibfertigkeiten verfügen,
  • richtig schreiben sowie
  • einen Schreibprozess eigenverantwortlich gestalten: planen, schreiben, überarbeiten.

Sprache erforschen und entdecken:

  • Äußerungen/Texte in Verwendungszusammenhängen reflektieren und bewusst gestalten,
  • Textbeschaffenheit analysieren und reflektieren,
  • Leistungen von Sätzen und Wortarten kennen und für Sprechen, Schreiben und Textuntersuchung nutzen sowie
  • Laut-Buchstaben-Beziehungen kennen und reflektieren.

Lesen und Vorlesen:

  • verschiedene Lesetechniken beherrschen,
  • Strategien zum Leseverstehen kennen und anwenden sowie
  • Texte verstehen und nutzen: literarische Texte, Sach- und Gebrauchstexte, Medien.

II. Unterrichtsverteilung und Klassenarbeiten

Wochenstundenzahl

Klassenarbeiten und Kursarbeiten

5. Klasse:

5

4 (davon ein Diktat)

6. - 8. Klasse

4

4 (davon ein Diktat)

9. Klasse

4

4

10. Klasse

3

4

MSS-Grundkurs

3

1 (pro Halbjahr)

MSS-Leistungskurs

5

2 in 11/2, 12/1, 12/2; 1 in 11/1, 13

III. Lehrwerke

Von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe unterrichten wir mit dem „DEUTSCHBUCH“ aus dem Cornelsen- Verlag, in der Oberstufe mit dem Lehrwerk „Themen, Texte und Strukturen“ vom selben Verlag. Neben den Klassikern der deutschen Literatur wie Wilhelm Tell, Andorra, Nathan der Weise, Woyzeck oder Faust u.v. a. lesen wir bekannte Kinder- und Jugendbücher wie Vorstadtkrokodile, Momo, Die Einbahnstraße und selbstverständlich auch neuere Literatur wie Vermessung der Welt, Corpus delicti oder Tschik.

IV. Deutschlehrerinnen und –lehrer

Das Fach Deutsch unterrichten an unserer Schule zurzeit 15 Lehrkräfte und eine Referendarin. V. Lesen und mehr

Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für späteren schulischen Erfolg, da das schnelle und treffende Erfassen von Inhalten eben durch das Lesen trainiert wird. Daher schaffen wir schon ab Klasse Anreize, um zum Lesen über die Pflichtlektüre hinaus zu motivieren. Zu Beginn der Klasse 5 findet eine Bibliotheksrallye zum Kennenlernen statt, organisiert von Frau Schwab, die am bundesweiten Vorlesetag auch schon mal prominente Landespolitiker wie Julia Klöckner oder Jochen Hartloff für die Jüngsten unserer Schule gewinnen konnte. Auch den älteren Schülern lesen regelmäßig erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautoren aus ihren Werken in unserer Aula vor.

Für die 6. Klassen findet jedes Jahr der Schulentscheid des Lesewettbewerbs des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels statt, um unter den Klassensiegern den Schulsieger / die Schulsiegerin zu ermitteln.

Seitens der Deutsch-Fachschaft engagieren sich die Kolleginnen Frau Leib und Frau Agné-Riedel in der Theater-AG bzw. der Musical-AG und bieten so unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre darstellerischen Talente zu entfalten.

Begabungen fürs Debattieren zeigen sich, wenn unter anderem im Deutsch-Unterricht nach den Regeln des Schülerwettbewerbs „Jugend debattiert“ Argumente überzeugend ausgetauscht werden. Nach dem Sieg des Schulentscheids und einem Erfolg beim Regionalentscheid können unsere Schüler oftmals auch nach Mainz zum Landesentscheid fahren, nicht zuletzt auch Dank des langjährigen Engagements von Frau Presser, Frau Leib und Frau Agné Riedel.

VI. Warum Deutschunterricht?

„Es ist grün!“, sagt der Mann neben der Frau am Steuer ihres Autos. Zunächst nur eine Information (Sachebene). Der Mann wird wohl nicht die Umgebung, sondern die Ampel meinen, die gerade auf grün umgesprungen ist. Da er dies ausspricht und nicht nur denkt, sagt er unbewusst über sich selbst Folgendes aus (Selbstkundgabe): Ich kann sprechen. Ich kann sehen. Ich bin nicht farbenblind. Ich messe der Tatsache Bedeutung bei. Bewusst aber verfolgt er damit eine bestimmte Absicht (Appellseite). Jedem ist klar: Er möchte die Auto fahrende Frau darauf hinweisen, dass sie losfahren kann. Wäre da nicht die Beziehungsseite, oft gerne auch als „Beziehungsohr“ bezeichnet. Je nach dem welche Vorgeschichte das Paar im Auto gemeinsam hat, kann die Frau den Satz „Es ist grün!“ als Hilfe ansehen, denn sie weiß, dass sie manchmal verträumt ist, oder sie versteht es als Kritik, denn der Mann nörgelt des Öfteren an ihrem Fahrstil herum. Die älteren Schüler wissen, wovon hier die Rede ist, dem Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun mit den vier Seiten einer Nachricht. Darum geht es auch im Deutschunterricht, um die Bewusstmachung der Wirkung von Sprache. Eine Äußerung ist eben oft nicht nur eine Information, sondern kann ebenso Selbstkundgabe und Appell sein oder etwas über die Beziehung von Sender und Empfänger aussagen. Schüler, die lernen, welche Wirkung Sprache haben kann, lassen sich als Erwachsene sicherlich nur schwer manipulieren.

Das Handwerkszeug vieler Berufe unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft ist die Sprache. Anschreiben, Berichte, Analysen, Konzepte sind zu formulieren, es gilt, Kollegen oder Vorgesetzte von einer Idee zu überzeugen oder sich selbst, indem man Für und Wider einer Sache gegeneinander abwägt. Deswegen üben die Deutschlehrkräfte mit ihren Schülern immer wieder das Argumentieren, das Erörtern oder Debattieren. Einwandfreie Rechtschreibung und sicherer Satzbau zählen in Studium und Beruf zu unverzichtbaren Grundfertigkeiten, etwas, das man erlernen kann und nicht von (trügerischem) Gefühl abhängt. So bringen wir Sprachlehrkräfte unseren Schülern Strategien bei, mit denen sie Fehler erkennen und beheben können.

Nicht zuletzt geht es im Deutschunterricht auch um Literatur. „Mit anderen Augen sehen, mit anderen Gehirnen denken“, das antworten wir Deutschlehrer gerne, wenn wieder mal ein Schüler nach dem Nutzwert des Deutschunterrichts fragt. Schließlich haben wir eben auch einen humanistischen Bildungsauftrag, Kinder zu mündigen Erwachsenen zu erziehen und nicht nur zu nützlichen Arbeitskräften. Lesen ist eine Erfahrung. Man erfährt in einer Kurzgeschichte etwas über einen Jungen im Krieg, der um seinen kleinen Bruder trauert. Man erfährt in einem Drama etwas über einen bedauernswerten Proleten, der, von seiner Umwelt ständig gedemütigt, zum wahnsinnigen Mörder wird. Man erfährt in einem Roman etwas über die gesellschaftlichen Zwänge einer jungen Frau aus dem niederen Adel, die in einer arrangierten Ehe mit einem viel älteren Mann unglücklich wird. Oder man hört in einer Ballade etwas über einen freundlichen Alten, der über seinen Tod hinaus die Kinder der Gegend mit Birnen beglückt. Schicksale, die zum Glück oder bedauerlicherweise niemandem selbst widerfahren. Aber durch das Lesen werden sie zur eigenen, schönen oder verstörenden Erfahrung mit fremden Augen. Selbstverständlich soll Lesen auch ein ästhetischer Genuss sein, doch hilft die intellektuelle Auseinandersetzung mit Literatur zu verstehen, wie Menschen in kritischen Situationen aus unterschiedlichen Beweggründen handeln, wie sie eine Sache zum Guten führen oder in einer Katastrophe enden lassen. Und vielleicht, so die Hoffnung von uns Deutschlehrern, lernen unsere Schüler mit Hilfe der Leseerfahrung (auch unbewusst), die Folgen ihres eigenen Handelns besser einzuschätzen und somit, häufiger die richtigen Entscheidungen zu treffen statt der falschen.

Hoffentlich werden Sie – das ist ein Appell an die Eltern –, wenn Ihr Kind Sie einmal fragen sollte: „Wozu braucht man Deutsch?“, eine passende Antwort geben.

Kollegium des Faches Deutsch

  • Frau Nadine Agné-Riedel
  • Herr Mike Sidon
  • Herr Matthias Seibert
  • Frau Susanne Schwab
  • Herr Jan Schwab
  • Frau Francesca Schmidt
  • Frau Julia Rüth
  • Herr Ludger Probson
  • Frau Gabriele Presser
  • Frau Anne-Katrin Leib
  • Frau Ursula Koch-Czepluch
  • Herr Norbert Icke
  • Frau Yvonne Hoffmann
  • Frau Jessica Friesen
  • Herr Oliver Egli
  • Frau Tina Vielhauer