Integrierte Leitstelle Bad Kreuznach: Vortrag am 07.09.2017 von Herrn Volker Schommer

Integrierte Leitstelle, d.h. zuständig für Rettungsdienst und Feuerwehr.

In RLP gibt es z.Zt. nur noch drei reine Rettungsdienstleitstellen: Mainz, Landau  und Ludwigshafen. Im Laufe der Zeit sollen alle in ILS umgewandelt werden.

Die Fusion der ILS KH mit MZ steht derzeit im Raum und wurde auch nach unserem Besuch in der Nahezeitung thematisiert.

Zuständigkeitsbereich

  1. Landkreise:     Bad Kreuznach, Birkenfeld, Rhein-Hunsrückkreis,d.h. für insgesamt 330.000 bis 350.000 Einwohner

10:06 Personal der Leitstelle Bad Kreuznach:

Disponenten folgender Organisationen

  • DRK-RD-Rheinhessen-Nahe gGmbH (= der größte Teil)
  • ASB-Bad Kreuznach
  • MHD-Bad Kreuznach

Noch keine Feuerwehr, wie sonst üblich in ILS, da die Stadt KH darauf verzichtet hat. Es gibt hier „nur“ eine freiwillige Feuerwehr.

 

Betrieb im 3-Schicht-System ( je 8 Stunden)

  • Frühdienst      4-5 Disponenten
  • Spätdienst       3-4 Disponenten
  • Nachtschicht   2-3 Disponenten

 

Ausbildungsvoraussetzungen der Disponenten

  • Rettungsassistent (zukünftig Notfallsanitäter)
  • Gruppenführerausbildung – Freiw. Feuerwehr
  • Persönliche Befähigung
  • Mehrjährige Rettungsdiensterfahrung, d.h. mind. 5 Jahre
  • spezielle Ausbildung zum Disponenten
  • Gute Kenntnisse des Leitstellenbereichs
  • Gute EDV und Technikkenntnisse

(im Falle eines Ausfalls der Technik muss ein Disponent in der Lage sein, nach „alter Art“ mit Stift u. Papier sowie Telefon statt PC zu arbeiten.)

 

Rechtliche Organisation

 

Aufsichtführende Behörde : Ministerium des Inneren

 

10:25 Technik der Leitstelle

8 Disponentenplätze

2 Administrationsplätze

(als vollwertige Arbeitsplätze nutzbar)

  • 4 Notruf-Abfrageplätze bei Großschadenslagen

Die Leitstelle verfügt über

  • Dispositionsunterstützendes Einsatzleitsystem

(d.h., der Disponent trifft die Entscheidung was gemacht wird)

  • BOS-Funk mit Statusmeldungen (Behörden und Organisationen mit Sicherungsaufgaben, wie z.B. THW, Polizei, etc.)
  • Softwarebasierende Telefon-Vermittlungssysteme
  • Entsprechende Alarmierungssysteme (analog, Groupalarm, TTA, und zukünftig auch digitale Alarmierung)
  • 24-stündige Aufzeichnung aller Funk- und Telefonmeldungen (6 Monate Aufbewahrungsfrist)
  • Notrufzwangsfreigabe, d.h. unterdrückte Telefonnummern - egal ob Handy- oder Festnetznummern -  werden entschlüsselt.
  • Redundante Technik-Module, d.h. es gibt mindestens ein- oder zweifache ...?.. um Ausfälle zu kompensieren.

Statistik: Vergleich der Einsatzvolumina Rettungsdienst – Feuerwehr

Die Feuerwehr hat nur einen Bruchteil der Einsätze des Rettungsdienstes zu leisten.

Im Jahr                       2010    - 3431 Einsätze

                        2016    - 3731 Einsätze  (Zahl steigend)

 

im vgl. Rettungsdienst weit über 100.000

 

umgerechnet 370 Einsätze pro Stunde

 

Ausstattung

Im Landkreis   KH: 3 NEF, 8 RTW, 5 N-KTW, 4 KTW

                        BIR: 2 NEF, 66 RTW, 1 N-KTW, 5 KTW

                        SIM: 2 NEF, .......

 

 

Alarmierung und Koordination

 

Aufgaben der LS

  • Koordination der Einsätze
  • Dokumentation der Einsätze
  • Dokumentation der Notrufe
  • Überwachung des Funkverkehrs
  • Überwachung der gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf die Hilfsfristen (Feuerwehr 8 Minuten, Notfallrettung 15 Minuten – Sachgut geht (leider) immer noch vor Menschenleben
  • RTM - (Rettungsmittel) - Vorhaltung

 

Benachbarte Leitstellen

Enge Zusammenarbeit mit den angrenzenden Leitstellen:

  • Mainz
  • Kaiserslautern
  • Saar (Winterberg)
  • Trier
  • Koblenz
  • Montabaur

 

z.B. bei Anforderungen weiterer Rettungsmittel, Notarzt, Rettungswagen, Rettungshubschrauber. Letzterer kann nicht direkt sondern nur über die für ihn zuständige LS geordert werden.

 

Besonderheit der LS KH ist die Leitstellenkopplung über den Server mit den LS in MZ und KL.

 

 

Einsatz der Rettungsfahrzeuge und des Personals

Der Disponent entscheidet je nach geschilderter Sachlage, welche(s) Fahrzeug(e) er in den Einsatz schickt und ob ein Notarzt erforderlich ist. Wenn Erste Hilfe geleistet ist und der Patient zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss, hat die Leitstelle die notwendigen Informationen der einzelnen Krankenhäuser wie es mit freien Kapazitäten aussieht. Daher kann es sein, dass ein Patient nicht in das nächst liegende Krankenhaus gefahren wird. Wenn z.B. die Intensivstation in I.-O. keinen Patienten mehr aufnehmen kann, wird dieser in ein anderes Krankenhaus der Umgebung gebracht, wo er seinen Bedürfnissen entsprechend behandelt werden kann.

 

Die Patientenanmeldung erfolgt z. Zt. noch telefonisch durch Fahrzeugbesatzung vor Ort geplant ist eine digitale Anmeldung über Tablet.

 

Telefonreanimation

Ein Disponent kann einer Person, die einen Notruf abgesetzt hat, auch telefonisch Anweisungen zum Verhalten, wie z.B. der Durchführung einer HLW geben. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass auf der Gegenseite jemand da sein muss, der das Gesagte aufnimmt und auch richtig durchführt. Dass der Disponent nicht sehen kann, wie der von ihm Instruierte die Handlungen ausführt, ist das Problem dabei.

 

First Responder werden immer alarmiert, jedoch haben sie keine Anwesenheits – bzw. Bereitschaftspflicht. Es handelt sich um sogenannte „Zufallsbereitschaften“, d.h. wenn jemand da ist, geht er / sie hin, wenn nicht ist es Pech für den Notfallpatienten, dann muss er auf das Eintreffen des regulären Rettungsdienstes warten.

 

Rettungshubschrauber

(Nur die jeweils zuständige LS kann ihn in den Einsatz schicken!)

  • Christoph 77 (LS MZ)
  • Christoph 23 (LS KO)
  • Christoph 10 (LS TR)
  • Christoph   5 (LS LU)
  • Christoph 16 (ILS SB)
  • Christoph   2 (ILS FRANKFURT)

 

Außerdem noch (aber nicht offiziell im Plan, da „private“ Betreiber):

  • Air Rescue Nürburgring (JASI MZ (Johanniter Unfallhilfe)
  • Air Rescue Luxemburg (ILS TR)

 

 

 

 

 

Schulsanitätsdienst

Einführung des Schulsanitätsdienstes im Schuljahr 2008/09

Unter der Federführung von Herrn Studiendirektor Carsten Thiel wurde im Schuljahr 2008/09 ein Schulsanitätsdienst (SSD) in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst e.V. Birkenfeld am Gymnasium an der Heinzenwies eingerichtet und aufgebaut. Schülerinnen und Schüler[1] ab Klassenstufe 8 konnten nach durchlaufener fachlicher Ausbildung die Aufgaben eines Schulsanitäters wahrnehmen. Die Aus- und Fortbildung wurde in der Anfangszeit unterstützt von Frau Dr. Kaus-Thiel, Biologielehrerin am Gymnasium an der Heinzenwies, und  Herrn Dr. Lindemann, Notfallarzt am Klinikum Idar-Oberstein.

Mit Beginn des Schuljahres 2011/12 ging die Leitung des SSD an Frau Oberstudienrätin Gabriele Lehnen über, die das Projekt zuvor schon über ein Schuljahr begleitet hatte.

 

Neuorientierung in der Ausbildung


Im Schuljahr 2015/16 wurde die Zusammenarbeit des Schulsanitätsdienstes am Gymnasium an der Heinzenwies mit dem DRK vertraglich festgelegt. Seither können Schülerinnen und Schüler ab  Klassenstufe 7 an der Schulsanitäter-AG teilnehmen. Die Mitglieder des SSD werden automatisch Mitglied im JRK und können daher auch in den DRK-Ortsvereinen ihrer Stadtteile oder Gemeinden an Ausbildungsveranstaltungen teilnehmen oder auch an Jugendfreizeiten des DRK.

Zudem haben die Schulsanitäter die Möglichkeit der Teilnahme an Wettbewerben des JRK, welche die Kinder und Jugendlichen vor ganz andere Herausforderungen stellen, als ihre Tätigkeit für den SSD im Schulalltag. In den Wettbewerben wird in ziemlich echt wirkenden Notfallsituationen der Ernstfall und die Teamfähigkeit trainiert. Sich mit anderen zu messen, gibt zum einen Rückmeldung über die eigenen Stärken und Schwächen und zum andern wird das Wir-Gefühl gestärkt und die Motivation positiv beeinflusst.

 

Schulsanitätsdienst – wichtiger Teil unseres Schulalltags

Die Schulsanitäter sind inzwischen fester Bestandteil des täglichen Lebens im Gymnasium an der Heinzenwies und entlasten durch ihren Einsatz die Damen im Sekretariat und die Lehrkräfte.

Der Schulsanitätsdienst ist als Klassen übergreifendes,  langfristiges Projekt angelegt mit dem Ziel, dass Schüler  Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen und  bildet eine feste Säule in der pädagogischen Konzeption der Mittelstufe unserer Schule.

Seit Beginn des Schuljahres 2011/12 setzt sich das Projekt in der Oberstufe fort, d.h. die in der Mittelstufe ausgebildeten  Schulsanitäter absolvieren noch ihre Bereitschaftsdienste und unter­stützen so in wertvoller Art und Weise ihre jüngeren Mitschüler/-innnen.

 

Aufgaben des Schulsanitätsdienstes

Zu den Aufgaben des Schulsanitätsdienstes gehören

  • Erstversorgung bei Notfällen (Unfällen, plötzlichen Erkrankungen und Vergiftungen) im Rahmen der Möglichkeiten
  • Alarmierung des Rettungsdienstes bei lebensbedrohlichen Notfällen
  • Betreuung von in der Schule erkrankten Personen
  • Sanitätsdienstliche Betreuung von Sportfesten und Schulveranstaltungen
  • Regelmäßige Überprüfung und Ergänzung des Erste-Hilfe-Materials in den Fachbereichen und Sporthallen sowie des Schulsanitätsdienst-Materials
  • Organisation von Erste-Hilfe-Lehrgängen und Fortbildungen sowie die Assistenz bei der Durchführung dieser Lehrgänge
  • Mitwirkung oder Mitgestaltung bei Feuerschutzübungen an der Schule
  • Angebote bei Projekttagen, Unterrichtsprojekten o.ä.
  • Mitwirkung bei der Unfallverhütung in der Schule

 

Unsere Aktivitäten

Über die Teilnahme an den AG-Stunden hinaus nehmen unsere Schulsanitäter verschiedene Möglichkeiten wahr, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten weiter zu entwickeln.

Im Mai 2016 nahmen wir – als einziger Schulsanitätsdienst im Kreis Birkenfeld - zum ersten Mal an einem Wettbewerb des JRK auf Kreisebene teil. Dieser fand an einem Samstag auf dem Schulgelände und in Räumen unseres Gymnasiums statt. Die Schulsanitäter schlugen sich wacker in dieser ihnen noch unbekannten Situation und erhielten die Zulassung zur Teilnahme am Bezirkswettbewerb, der am Sonntag, 19. Juni 2016, in Koblenz ausgetragen wurde. Dort konnten sich unsere Schulsanitäter mit drei weiteren Mannschaften aus dem Bereich SSD messen und sie schafften es den zweiten Platz zu belegen. Dieser Erfolg berechtigte die Schulsanitäter des Gymnasiums an der Heinzenwies zur Teilnahme am Landeswettbewerb vom 9. bis 11.  September 2016 in Daun/Eifel, bei dem sie den 4. Platz errangen.

 

Schulsanitätsdienst aktuell

Im Schuljahr 2016/17 haben wir dreizehn Schulsanitäter aus der Mittelstufe in der Aus- und Weiterbildung und fünf aus der Oberstufe, die alle engagiert bei der Sache sind.

Neben den AG-Stunden sind weitere Aktivitäten geplant, wie z.B. ein Besuch der Rettungsleitstelle in Bad Kreuznach. Außerdem ist, nach unserer erfolgreichen Teilnahme an den JRK-Wettbewerben 2016, der Wunsch da,  auch im Jahr 2017 an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.

Einige unserer älteren Schulsanitäter haben sich darüber hinaus in Wochenendveranstaltungen des DRK noch fortgebildet.

 


[1] Nachfolgend wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur noch die männliche Form verwendet, diese schließt jeweils die weibliche Form ein.