Skip to main navigation Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Aktuelles - Details

Romeo und Julia mal ganz anders: Theater-AG des Gymnasiums an der Heinzenwies brillierte mit ungewöhnlicher Version des Shakespeare-Stoffes

„Romeo und Julia. Das Massaker der Liebe“ – Schon der Untertitel des von Silvie Lang verfassten Stückes ließ erahnen, dass hier keine klassischen Shakespeare-Helden agieren würden. Und so betrat ein ewig schwärmender, verliebter, sehr eigenwilliger und manchmal etwas naiver Romeo die Bühne, gespielt von Caleigh Rintoul. Zuerst verliebt er sich in eine Müllerstochter, doch Vater Montague (Milena Pabst) verbietet ein Wiedersehen. Der untröstliche Romeo tröstet sich schnell und verliebt sich in Julia, die Tochter der Witwe Capulet. Ab und zu muss er von seinem Freund Mercutio (Pauline Molz) wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Dass die beiden Häuser Montague und Capulet verfeindet sind, hat sich auch in Langs Adaption des Stoffes erhalten. Neu hingegen ist die wilde selbstbewusste und saufende Amme Julias, die Julia vor den Avancen des Grafen Paris (Luisa Lemp) beschützen will und daher Intrigen spinnt. Elena Turcan spielt Julias Amme sehr überzeugend. Zu den Bediensteten im Haus Capulet gehören auch noch Johanna (Lea-Sophie Leuschner, Leni Dawitschek) und Petra (Lea Geyer), die Paris eine Suppe servieren mit den „Resten, die eben so anfallen“. Deftige Bemerkungen aus der wenig vornehmen Adelswelt und viele literarische Anspielungen strapazieren die Lachmuskeln. Es kommt zu einem Dinner for three, bei dem Julia (Marlis Leifeld) und Paris sich näherkommen, während Romeo unter dem Tisch sitzt und schließlich Julia seine Liebe gesteht, die davon jedoch nichts wissen will. Und nun kommt es bald zu dem im Untertitel angekündigten Massaker. Julia schlägt Romeos Freund Mercutio nieder. Romeo, der glaubt, Paris habe ihn umgebracht, tötet Paris. Dann kündigt Regisseurin Anne Leib eine Pause an, um das Blut des Bühnenmassakers aufzuwischen. Gestärkt durch von der MSS 12 verkaufte Leckereien, sieht das Publikum nach der Pause eine Lady Capulet (Amélie Enzel, Gabriele Mockaityte), die Julia nun doch gerne mit Romeo verkuppeln würde, aber die alte Blutsfehde steht einer Verbindung im Weg. Julia hingegen trifft eine Nonne (Lavanya Bansal), hinter der sich die ehemals von Romeo abgewiesene Müllerstochter verbirgt. Diese sieht die Stunde der Rache gekommen. Sie verabreicht Julia ein Gift, mit dem Julia eigentlich den toten Paris rächen will, das aber letztlich sie selbst tötet. Romeo findet die tote Julia, aber im Gegensatz zu Shakespeares Romeo stellt er fest, dass er sich nicht selbst zu töten vermag. Doch die Müllerstochter sieht ihre Stunde gekommen und erstickt Romeo. Als Julias Familie die Tote findet und erschrocken fragt: „Braucht sie einen Arzt?“, kann die Müllerstochter nur noch trocken konstatieren: „Nein, einen Sarg.“ Sie hat ihre Rache vollendet und offenbart sich nun dem Publikum. Doch sie hat die Rechnung ohne Julias zürnende Amme gemacht, die die mordende Müllertochter von der Bühne ins Nirgendwo jagt. Und anders als erwartet beschließen Lady Capulet und Montague ihre Blutsfehde beizulegen und fortan gemeinsam durchs Leben zu gehen. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler erhalten am Ende reichlich Beifall ebenso wie die Regisseure und Leiter der Theater-AG Anne Leib und Thomas Maldener. Die Maske verantwortete die ehemalige Heinzenwieslerin Anna Hoberg, für den reibungslosen technischen Ablauf sorgte die Technik-AG um Sven Kehrein.

(Francesca Schmidt)