Erdkunde an der Heinzenwies...

… bedeutet ausgehend vom Herzen des Nationalparks Hunsrück-Hochwald den Rest der Welt zu erkunden, die klimatischen Zusammenhänge und den Einfluss des Menschen auf die Natur zu verstehen. Der im Lehrplan vorgesehene Unterrichtsinhalt wird von der Fachschaft Erdkunde durch zahlreiche Exkursionen im nahen und fernen Umland, wie beispielsweise Übernachtungen im Nationalpark, eine Fahrt in die Vulkan-Eifel oder zum Schulgeographentag bereichert.

Nachrichten der Fachschaft Erdkunde

Was macht eigentlich die UN? Und was haben wir damit zu tun? Dieser Frage spürten zehn Lerngruppen des Gymnasiums an der Heinzenwies in dieser Woche…

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Der Erdkunde-Leistungskurs der MSS 12 von Christian Grosscurth begab sich am 06.09.2019 auf eine erlebnisreiche Exkursion in den Nationalpark…

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Zum zweiten Mal unternahm eine Klassenstufe 7 von der Heinzenwies gemeinsam eine Erdkunde-Exkursion in die Vulkan-Eifel. Damit haben sie eine neue…

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Freitagmorgen, 06.30 Uhr, Bahnhof Oberstein. Der Erdkunde Leistungskurs MSS 12 des Gymnasiums an der Heinzenwies bricht zu einer eher…

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Drei Tage Abenteuer -

Erdkunde Leistungskurs des Heinzenwies-Gymnasiums erkundet die Vielseitigkeit des Nationalparks Hunsrück-Hochwald

 

Am Donnerstag, den 22.06.2017 startete für den Erdkunde-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums an der Heinzenwies eine spannende und erkenntnisreiche Exkursion durch die Region des Nationalparks.

Für die Planung und Durchführung des überaus vielseitigen und umfangreichen Programms zeichneten der Kursleiter Herr Carsten Thiel und seine Frau Dr. Andrea Kaus-Thiel, Forschungskoordinatorin im Nationalparkamt, verantwortlich.

Zum Auftakt konnte trotz eines durchziehenden Hitzegewitters der zur Juchem Gruppe gehörende Steinbruch im Fischbachtal exakter unter die Lupe genommen werden. Herr Christian Wild ermöglichte dem Kurs einen exklusiven und mehrdimensionalen Einblick in die geologischen Zusammenhänge, den aktiven Abbau sowie die Ver- und Bearbeitung des gewonnenen Gesteins als Rohmaterial. Zudem wurden auch die Aspekte der Raumordnungs- und Genehmigungsverfahren sowie unterschiedliche Interessenkonflikte im Rahmen von Renaturierungsmaßnahmen im imposanten Steinbruchgelände diskutiert.

Anschließend griff Herr Thiel an verschiedenen Stationen der Umgebung nochmals die geologischen Strukturen des Exkursionsraumes auf und leitete über zum historischen Abbau und der wirtschaftlichen Nutzung der Schiefervorkommen sowie der generellen regionalen Entwicklung des Bergbaus und der Verhüttungstechniken.

Nach einem längeren Karten gestützten Exkurs über die Kulturlandschaftsgenese der Naheregion und des Hunsrücks machte die Gruppe sich am Abend zur Schule ins „Grüne Klassenzimmer“ auf, wo auf dem Beachplatz noch gegrillt wurde. Gut gestärkt fiel die Truppe dann auf die Matten in der Sporthalle, die als erste Herberge fungierte.

Der Freitag stand dann unter dem Motto „Nationalpark pur“. Bereits am frühen Morgen besiedelten die Heinzenwiesler den neuen Rangerstützpunkt am „Bunker Erwin“ bei Börfink mitten im NLP. Den Auftakt bildete der anschauliche Vortrag von Herrn Rainer-Maria Kreten über den Einsatz Computer gestützter Geoinformationssysteme (GIS) in der allgemeinen Kartographie und speziell im Nationalpark.

Anschließend schlug Frau Dr. Kaus-Thiel in einem ausführlichen und sehr kurzweiligen Vortrag den Bogen von der Definition, Entstehung und Bedeutung des NLP Hunsrück-Hochwald über sozioökonomische Untersuchungen bis zu aktuellen Planungs- und Forschungsprojekten. Im Mittelpunkt stand vornehmlich die Verdeutlichung zahlreicher Interessenkonflikte bezüglich der Planung und Entwicklung des NLP, die es ausgewogen zu koordinieren gilt. An exemplarischen Beispielen wurden demnach Themenbereiche konkurrierender Nutzungsansprüche angesprochen, so z.B. Artenschutz versus Prozessschutz, touristische Erschließung und Mobilität versus „Wildnis“ oder die Aufgabe, den Nutzungsgewohnheiten der einheimischen Bevölkerung Rechnung zu tragen.

Nach diesem informativen aber auch anstrengenden Vormittag am Rangerstützpunkt brach die Gruppe zum „Fuchsbau“ auf, einer Jagdhütte mitten im Herzen des NLP. Gespannt erwarteten die Exkursionsteilnehmer die Ankunft, sollte dieser Standort doch unter anderem als zweites Nachtlager dienen. Nach der Ankunft hieß es erst einmal: Picknick zur Stärkung, denn der Tag hielt noch einiges für die Gruppe bereit.

Beim etwas chaotischen Aufbau der Zelte am „Fuchsbau“ auf der Spitze des Sandkopfes in 720 Metern Meereshöhe kam auch der Spaß nicht zu kurz.

Nach diesem kurzen, erholsamen Aufenthalt ging es für die bereits erschöpften jungen „Forscher“ gemeinsam mit Frau Dr. Kaus-Thiel und Herrn Thiel auf einen ausgedehnten „Information-Walk“ durch einen Teil des Nationalparks. QUERFELDEIN!

Geführt wurde die Gruppe von Herrn Zimmermann, Förster und Fachmann für die Bereiche der ökologischen und ökonomischen Waldnutzung. Uns wurde schnell deutlich, dass Herr Zimmermann sein ehemaliges Revier wie aus der Westentasche kennt, und dass die Orientierung der Waldbewirtschaftung in diesem Bereich des Nationalparks bereits seit einigen Jahrzehnten den Grundgedanken der Nachhaltigkeit und Biodiversität verfolgte.

Unsere zweite Begleitung in der entstehenden neuen „Wildnis“ war Herr Dr. Segatz, zuständig für die ökologische Waldentwicklung bei Landesforsten Rheinland-Pfalz. Im ersten Teil der Führung erläuterte Herr Zimmermann zahlreiche Aspekte zur Historie des Waldbestandes unserer Region, zu den im NLP heimischen Tierarten und den vielfältigen Möglichkeiten des Monitoring (Bestandsanalyse und Überwachung). Die unschätzbare Erfahrung unserer drei Begleitpersonen äußerte sich an zahlreichen Stationen, die stets neue Facetten der Waldökologie, des Wildtierbestandes und des zukünftigen Managements im NLP beinhalteten.

Im zweiten Teil durften die Schüler selbst aktiv werden und ihre Muskelkraft unter Beweis stellen, denn unter der Leitung von Herrn Dr. Segatz analysierten sie die Bodenart und den Bodentyp unter anderem auch mittels Korngrößen- und pH-Wert Bestimmung. Außerdem entnahmen sie an zwei verschiedenen Aufschlüssen Bohrproben. Bereits die unterschiedliche Kraftanstrengung beim Hereinschlagen und Herausziehen des Bohrstockes ließen Rückschlüsse auf die Verschiedenheit der Bodentypen zu. So gelang es zwei Exkursionsteilnehmerinnen z.B. nicht alleine, den Bohrstock aus einem feuchteren, bereits vergleyten und verlehmten Standort herauszuziehen. Durch die äußerst anschauliche Moderation von Herrn Dr. Segatz konnte auch an diesem Standort das im Unterricht behandelte Wissen in die praktische Anwendung überführt werden.

Erschöpft, aber mit vielen neuen Erkenntnissen bepackt kamen die Teilnehmer der exklusiven Nationalparktour am frühen Abend am Zeltlager der Exkursionsgruppe am Fuchsbau an.

Der Abend klang dann sehr gemütlich bei einem großen Lagerfeuer mit mitgebrachtem Grillgut und leckerem Essen des „Waldtischleindeckdich“ aus. Noch lange hallten nicht nur Fachgespräche der Lehrkräfte und Forstfachleute durch den dunklen Wald.

 

Der letzte Programmpunkt am Samstagvormittag befasste sich mit der Möglichkeit einer Reaktivierung der alten Hunsrückbahn vor dem Hintergrund eines angestrebten Mobilitätskonzepts für die NLP-Region. Herr Patrick Pandel, 2. Vorsitzender der IG Nationalparkbahn und Eisenbahner mit Herz und Hand, verdeutlichte eindrucksvoll die Geschichte der Hunsrückbahn und die Vorschläge einer Integration eines Streckenabschnittes in das Mobilitätskonzept. Nach dem Höhepunkt des Tages, der Begehung des imposanten Hoxeler Viadukts, machte sich der Heinzenwies-Express mit zwei Transporterfahrzeugen auf zur Schule, die am frühen Samstagnachmittag den Endpunkt einer vielschichtigen, erlebnis- und lehrreichen Exkursion bildete.

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